Wie lebt man als Hochsensible mit Corona?

Photo by Francesca Zama on Pexels.com

In diesem Text beschreibe ich vor allem wie ich Corona als hochsensible Person erlebt habe.

Einen Blog mit Tipps und Ratschlägen wird folgen.

«2020 wird super und mein Jahr!» Dies war auf jedenfalls mein Plan. Das Jahr begann hektisch…

Vor Corona

Mein Vollzeitjob war stressig und in meiner Weiterbildung herrschte ebenfalls Stress. Im Oktober 2019 bin ich nach 7 Jahren Zürich wieder zurück in meine Heimatstadt zu meinem Freund gezogen.

Der Umzug war schon fast ein Kulturschock. Ich war zwar oft am Wochenende in meiner Heimatstadt. Aber das Vollzeitleben kannte ich nicht mehr. Aber zurück zum 2020…

Mein Freund war sehr oft weg. Kurse vom Beruf und Militär führten dazu, dass er fast eine Woche pro Monat nicht zu Hause war. Dies war für mich nicht immer einfach. Aber wohl mein neues Leben für die nächsten Jahre.

Durch den Stress in der Schule und im Beruf, hatte ich wenig Zeit und Nerven für unsere Beziehung. Dies merkte man sehr gut. Es kam immer wieder zu Diskussionen und ich war frustriet und fühlte mich ausgelaugt und nicht verstanden. Als Hochsensible hätte ich mir einerseits Raum gewünscht aber auch viel Zuneigung. Wenn ich Zeit mit meinem Freund verbringe und Ausflüge mache, kann ich oft alles um mich herum vergessen. Wellness für meine Seele…

Aber nicht immer lief alles gut. Wir hatten am Anfang sehr viele Diskussionen. Es war schwer verständlich wieso ich zum Teil sehr emotional reagierte und oft weinte. Ich war überfordert. Es waren zu viele Stressoren in meinem Leben, die Tage zu lang mit der Schule. Die Freizeit zu wenig. Das Wohnen zu viert auch nicht immer einfach. Am Anfang hatte ich mühe mich einzugliedern, da ich das Leben in einer WG nicht mehr so gut kannte. Vorher lebte ich einige Jahre alleine oder mit einem Partner.

Zurück zu meiner Karriere… Zu diesem Zeitpunkt arbeitet ich als IT-Supporterin bei einer Spitalkette. Stress und schlechte Stimmung waren mein Alltag. Für mich sehr ermüdend und auf überfordernd. Anschliessend von der Arbeit in die Schule hetzen. In der Schule konnte ich mich kaum noch konzentrieren, da ich so platt war. Es stresste mich, dass ich in die Schule musste und erst abends um 10 zu Hause war. Es war einfach zu viel für mich… Ich war sehr unausgeglichen…

Früher oder später werde ich in einer Erschöpfungsdepression enden, dachte ich mir. Mein Partner kannte sich leider überhaupt nicht mit Hochsensibilität aus und dies machte das ganze schwieriger. Denke einige Personen, die hochsensibel sind, wissen von was ich spreche. Ich war verzweifelt, dass mein Freund mich nicht in Krisen abholen konnte und fühlte mich sehr alleine.

Und dann kam Corona…

Doch plötzlich hatte ich nicht mehr Zeit mich um solche Sachen zu kümmern, da schleichend gesellschaftliche Probleme auftauchten….

In China war ein neuartiger Virus namens Corona ausgebrochen….

In Europa nahm man dies zur Kenntnis und schaute gespannt nach Asien. Einige Wochen später war ganz Europa im Lockdown. Der ganze Kontinent stand still, die Grenzen waren zu, die Städte leer. Keiner wusste genau was nun auf uns zukommt. Unsicherheit herrschte. Ich habe noch nie erlebt, dass sich eine Welt so schlagartig verändern kann. Die Natur erholte sich. Plötzlich war die Luftqualität besser… Tiere haben Städte erkundet… In Venedig waren plötzlich Delfine sichtbar, da das Wasser viel sauberer war. Die Welt konnte aufatmen und dies war schön.

Und ich konnte durchatmen… Auch wenn der Grund für meine neugewonnene Stille und Ruhe schrecklich war… Ich konnte endlich durchatmen… Alles in meinem Leben wurde runtergefahren. Ich war zu grossen Teilen von meiner Arbeitszeit im Homeoffice und ich hatte Homeschooling.

Unsere Wohnung wurde zu meiner Burg. Hier konnte ich mich verschanzen und die Uhren standen schon fast still. Ich hatte Zeit und Ruhe… Während des Lockdowns habe ich 80% gearbeitet, da ich von Kurzarbeit betroffen war. Da mein Einkommen aber gesichert war, kam mir dies gerade recht. Meine Heimatstadt war leer… Es waren kaum Leute unterwegs. Eine ungewöhnliche Stille in der Stadt. Aber auch eine schöne. Wie schon oben erwähnt. Ich will keineswegs sagen, dass ich einen Lockdown oder Corona gut finde. Mich prägt Corona sehr…

Aber der Lockdown brachte Ruhe in mein Leben. Die Hektik und der Stress waren weg. Ich konnte zu Hause meine Arbeit erledigen und mein Freund war ebenfalls im Homeoffice. Plötzlich hatten wir Zeit für einander bzw. da wir nur sehr beschränkt unsere Familien treffen konnten, kamen viele Termine, die sich zwischen meiner Abendschule drängten, gar nicht mehr in Frage. Ich hatte Zeit. Viel Zeit… Und ich genoss dies.

Im Mai war für mich das Homeoffice zu ende. Ich konnte in einer stillgelegten Praxis in einem Projekt mitarbeiten und Telefone für eine ganze Klinik vorbereiten. Zwei Wochen für mich in einer stillgelegten Praxis. Kaum äussere Einflüsse. Einfach Ruhe…

In der Praxis hörte ich tagelang Podcast über Hochsensiblität.

Meistens hörte ich die Podcast von Phönix Frau von Simone Mäkelä. Diese könnt ihr ebenfalls auf Spotify hören.

In diese Zeit las ich auch das Buch Honigperlen von Melanie Pignitter. Das Buch gab mir sehr viel Kraft und ich bin ein grosser Fan von Melanie Pignitter.

Wir haben einen gemeinsamen Schicksalsschlag, welcher in mir noch mehr Verbundenheit zu ihr auslöst.

Falls ihr weitere Buchtipps oder Link zu diesem Thema wollt, schreibt mir einen Kommentar.

Zwischenzeitlich habe ich meinen Job als Supporterin gekündet und hatte ab August eine neue Stelle als Service Managerin.

Kurz gesagt… Ich nutze den Lockdown um wieder zu mir zu finden. Dies gelang mir sehr gut. Im Beruf und der Schule konnte ich bis kurz vor Juli die Pace tief halten. Die ersten beiden Juliwochen waren nochmals die Hölle. Gestärkt konnte ich dem Stress gut jedoch standhalten.

Anschliessend war Urlaub angesagt. Im Urlaub ging es mit unserem VW T6 Camper auf eine Schweizer Tournee. Westschweiz – Wallis- Tessin – Ostschweiz -Zentralschweiz in zwei Wochen. Ich konnte sehr gut entspannen. Corona war immer ein wenig präsent. Aber so, dass wir uns nicht wirklich daran störten. Ich konnte Sonne tanken und entspannend.

Im August begann ich den neuen Job. Die Büros waren fast leer und Corona ein grosses Thema. Der Start war sehr ruhig und behutsam. Es war genau so wie ich es mir gewünscht habe.

Eine Hochzeit in der Familie stand bevor. Ich war eine der Organisatorinnen und somit eine Schlüsselperson. Die Angst, dass es Verschärfungen gab, war immer da. Schlussendlich konnten wir das Fest ohne Probleme durchführen. Es war ein wunderbarer Ausgleich zu Corona. Während der Hochzeit konnte ich viel liebe und Freude tanken. Als Hochsensible kann ich mich sehr gut in Stimmungen versetzen oder mitreissen lassen. Bei guten sowie schlechten Stimmungen.

Der September kam. Corona war immer noch da. Seit Monaten fragte ich mich was richtig und was falsch ist. Stimmen die Fakten und Massnahmen des Bundesrates (Regierung in der Schweiz)? Welche Massnahmen sind die besten? Corona hier Corona da… Soll ich meine Grossmutter besuchen? Darf ich Freunde noch treffen? Fragen die mich stundenlang beschäftigten und auch ermüdeten…

Corona als Dauerthema

Ich konnte mein Leben mehr oder weniger normal führen.

Jedoch war für mich das Dauerthema Corona auch sehr erdrückend. Ich wollte mal wieder einen Tag ohne Corona verbringen. Schön war jedoch, dass ich sehr viel Zeit mit meinem Freund verbringen konnte. Ab und zu war es nicht einfach, da man so eng aufeinander fast 24/7 sitzt. August und September war ich jedoch noch relativ oft im Büro. Somit konnten wir und recht gut organisieren.

Ich verlor jedoch meine Routine. Die Schule war wieder vor Ort. Man fragte sich ob es schlau war. Natürlich machte ich mir Gedanken. Aber das reguläre Leben war schon lange weg. Die Schutzmasken wurde immer mehr Alltag und zeigte mir, dass ein 0815 Alltag schon lange nicht mehr möglich war.

Im Oktober schossen die Zahlen in der Schweiz nach oben. Quasi täglich wurden in diversen Kantonen neue Massnahmen getroffen. Das Chaos und die Unsicherheit war gross. Die Lage spitzte sich zu. Das normale Leben war wieder weit entfernt. Frust und Unsicherheit nahmen wieder zu. Seit Mitte Oktober war mehr oder weniger wieder Homeoffice angesagt. Mein Partner und ich sind wieder seit ca. drei Wochen 24/7 zu Hause. Meistens klappt dies gut. Aber auch wir spüren die Unsicherheit und das Chaos. Wir streiten nicht regelmässig. Aber die Nerven sind strapaziert.

Sämtliche Kurse von meinem Partner wurden verschoben oder abgesagt. Die militärischen Kurse sind vorerst verschoben. In einigen Wochen wird erneut entschieden. Ständige Unsicherheit und auch Angst, dass mein Partner zu Corona Zeiten sich gefährden muss. Plötzlich wird er 10 Tage weggesperrt. Manchmal wünschte ich mir, dass mich solche Sachen kalt lassen. Dass ich mit solchen Fakten und Tatsachen locker umgehen kann. Als Hochsensible undenkbar.

Ich lese regelmässig News und mache mir anschliessend sorgen obwohl ich nicht möchte. Auch wenn ich immer wieder spazieren gehe, Corona ist überall. Wenn ich im Wald laufen gehe, sehe ich Menschen die ein Bogen um mich machen, als wäre ich ein Monster. Die Wohnung und die Stadt engen mich ein. Meine Freunde sehe ich selten. Die Familie kaum. Sie fehlen mir, mein 0815 leben fehlt mir.

Wieder in andere Länder reisen Raum für mich haben. Wieder Tätigkeiten nachgehen ohne zu überlegen ob ich diese machen darf oder soll. Für mich als hochsensible ist es schwierig, wenn nur noch Corona den Alltag beherrscht. Es fällt mir schwer mich abzugrenzen. Die Hochsensibilität zeigt sich bei mir vor allem durch die Feinfühligkeit der Gemütszustände von Personen. Ich merke die Unsicherheit und den Frust der Leute. Manchmal trage ich unbewusst die Welt auf meinen Schultern.

Du bestimmst nicht mehr mein Alltag…

Photo by Wallace Chuck on Pexels.com

Es gibt diese Tage aber auch gute Tage. Die schlechten Tage nehmen momentan zum Glück ab. Ich beginne mir eine Routine aufzubauen indem ich an fixen Wochentagen festlege, dass ich Sport mache oder spazieren gehe.

 Die Ruhe ist wieder eingekehrt und ich widme mich schönen Themen (Bücher und bloggen) um Corona nicht meinen Alltag beherrschen zu lassen.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Mut in dieser schwierigen Zeit und denke an euch.

Wenn euch diese Thematik interessiert. Erzähle ich euch gerne mehr über meine Erfahrungen und Erkenntnisse und wie ich mit der Hochsensibilität umgehe.

Schreibt mir eure Wünsche in den Kommentar.

Danke fürs Lesen.

Eure Ella

3 Kommentare zu „Wie lebt man als Hochsensible mit Corona?

Gib deinen ab

  1. Ich würde mich nicht als Hochsensibel einstufen, aber Sensibel bin ich dennoch. Dein Text spricht mir sehr aus der Seele, auch deine Reaktionen im Bezug auf deinen Freund – leider wird mein Job als Systemrelevant eingestuft und so habe ich vom Lockdown eher weniger mitgenommen. Im Gegenteil, all die unterscheidlichen Menschen, auf die ich berufsbdingt täglich treffe, waren zumeist voller Frustration und Wut über dieses Virus, dass Ihnen ein Stofftuch im Gesicht aufzwingt. Verweigerer, Beschimpfungen, sogar bedroht wurde ich einmal…
    Und dann erinnerte auch mich an meinen Blog, das dieser auch Zeit für mich bedeutete, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aus Spaß gebacken habe, oder einfach mit meiner Kamera durch die Natur spaziert bin… Sich selbst zu bremsen und zu Atem zu kommen finde ich wahnsinnig schwer.

    Gefällt mir

    1. Danke für deinen spannenden Kommentar. Habe dies in den News und zum Teil auch draussen erlebt. Gerade in der Schweiz hat der Mensch sehr viel zu sagen und ihm geht es gut. Bei Corona hat man gemerkt, wie verwöhnt viele Schweizer sind. Hier in der Schweiz ist die Stimmung doch recht angespannt. Wow… okay, so krass wie du habe ich es nicht erlebt.
      Hast du einige Methoden, die du bereits kennst? Ich fand im Internet immer wieder gut Anregungen. Wünsche dir weiterhin viel Kraft 💪

      Gefällt 1 Person

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